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Bach Ma Nationalpark auf eigene Faust & ohne Guide erkunden

Wasserfälle wie aus dem Bilderbuch

Der Bach Ma Nationalpark zwischen Da Nang und Hue gilt nicht umsonst als absolutes Muss für alle Naturliebhaber, die sich in dieser Gegend Vietnams aufhalten. Der Artenreichtum, die Naturschauspiele und die abwechslungsreichen Trails gehören laut Internet zu den schönsten Erlebnissen für Vietnamreisende. Grund genug, uns selber ein Bild zu machen.

Schnell kam die Frage auf: Buchen wir eine geführte Tour oder wagen wir einen Versuch auf eigene Faust? Kann man den Bach Ma Nationalpark überhaupt ohne Guide richtig erkunden?

Da wir lieber flexibel bleiben wollten, haben wir uns schnell gegen eine geführte Tour und gegen den Guide entschieden. Soweit auch kein Problem, im Hotel hat man uns einen Fahrer von Hoi An zum Bach Ma Nationalpark und zurück organisiert (ca. 90 Dollar).

Los geht’s – die Abfahrt nach Bach Ma

Die Fahrt startete pünktlich um 07:30 und dauerte etwa zwei Stunden. Von der Hauptstraße geht es ein Stückchen durch ein sehr einfaches Wohngebiet, bis man schließlich am Visitor Center des Parks ankommt. Viel los war nicht – im Gegenteil, wir waren (um ca. 09:30) die einzigen Gäste.

Eigentlich sollte es uns nicht mehr überraschen, tat es aber doch: auch hier spricht man so gut wie kein Englisch. Mit einzelnen Worten, der mehr oder weniger detaillierten Karte des Parks, viel Gestik und noch mehr Freundlichkeit gelang es aber, uns das weitere Prozedere zu erklären. Vom Visitor Center aus kann man, nach dem Erwerb der Einlasskarten (ca. 3 Dollar pro Person) mit dem Wagen bis ganz nach oben zum Peak fahren.

Der Eingang zum Wanderpfad nahe des Gipfels

Hier begann unser erstes Missverständnis. Wir gingen davon aus, dass unser Fahrer uns auch im Park begleiten wird. Offenbar war das so nicht vorgesehen. Vermutlich aus purer Höflichkeit richtete sich der Fahrer aus unserem Wunsch. Dass sich das als Fehler herausstellte, wurde relativ schnell klar.

So geht’s offenbar nicht

Die Straße in den Park ist ein Abenteuer für sich. Kurvig, brüchig und an vielen Stellen sehr (!) steil – die 10% Steigung auf den Schildern dürften nicht übertrieben sein. Dafür belohnt einen aber der Ausblick bereits nach den ersten paar Hundert Metern. Einfach fantastisch.

Warum war die Fahrt im Hyundai unseres Fahrers ein Fehler? Die Antwort darauf lieferte nach ca. 15 Minuten Fahrtzeit ein seltsames Pfeifen und ein verdächtiger Qualm aus dem Motorraum. Und siehe da – Motor kocht, nichts geht mehr. Fahrer hilflos, Handyempfang schlecht, Ausflug droht zu scheitern.

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Unser vietnamesisches Handy hatte zum Glück etwas Empfang, so dass der Fahrer sich nach Hilfe erkundigen konnte. Was genau dabei herauskam, erfuhren wir mangels Englischkenntnissen nicht, aber da wir nach ein paar Minuten Motor abkühlen lassen umkehrten und zurück zum Visitor Center fuhren, fürchteten wir schon, dass unser Ausflug geendet hätte, noch bevor er richtig begonnen hatte.

Der Aufwand lohnt sich… wunderschöner Dschungel erwartet euch

Wie es richtig geht

Zurück im Visitor Center und mit telefonischer Unterstützung des Hotels gelang es uns dann, die eigentlich richtige Vorgehensweise zu erfahren. Der Hyundai ist für die Fahrt auf den Berg generell ungeeignet und der Fahrer hatte auch nicht vor, uns bis weiter als zur Parkgrenze zu fahren.

Stattdessen kann man über’s Visitor Center einen Fahrer organisieren, der einen dann in den Park bringt. Die Kosten dafür liegen bei ca. 30 Dollar.

Das haben wir dann auch getan. Und siehe da, fünf Minuten später kam ein freundlicher Vietnamese im Pick Up Truck, um uns abzuholen. Der zweite Versuch konnte losgehen. Mittlerweile war es 10:30, mit dem Hotel-Fahrer haben wir eine Rückkehr für 15:30 Uhr ausgemacht.

Die Fahrt vom Schlagbaum an der Parkgrenze nach oben bis zum Ende der Straße dauert ca. 35 Minuten. Wer leicht seekrank wird, sollte vielleicht etwas dagegen einnehmen, denn die Kurven haben es in sich…

Oben angekommen (KM19 auf der Karte), erklärte uns der Fahrer das weitere Vorgehen. Vom Ende der Straße aus beginnt der Wanderweg. Auf der Karte zeichnete er uns ein, wie wir am Besten gehen sollen, um die wichtigsten Dinge zu sehen. Um 15 Uhr würde er an KM16 auf uns warten. Und so zogen wir los…

Die Wanderung zum Peak

Die erste Strecke führt über einen hübschen Wanderweg vom obersten Parkplatz bis zum Peak. Zwischendurch passiert man einige Hausruinen und, für Abenteurer, einen kleinen Tunnel aus Zeiten des Vietnamkriegs direkt am Weg. Wer mutig ist, kann hineinkrabbeln, sofern eine Taschenlampe zur Hand ist oder das Handy genug Akku für die Taschenlampenfunktion hat. Zu sehen gibt es nichts außer einem engen dunklen Gang (die Höhe reicht gerade so um gehockt zu gehen), aber wenn man sich etwas hineinwagt und die Lampe ausmacht, ist es komplett finster, was schon ein „interessantes“ Gefühl hervorruft. Vorsicht vor Schlangen ist sicher nicht verkehrt.

Tunnel im Bach Ma Nationalpark

Nach weiteren ca. 15 Minuten gelangt man dann zur Spitze. Hier finden sich eine große Glocke, die man anschlagen kann (was natürlich Wünsche erfüllt) und den Peak Tower, den zu besteigen sich auf jeden Fall lohnt. Die Aussicht belohnt einen schon jetzt für alle bisherigen Mühen. Der Blick reicht über das komplette Bach Ma Gebirge und je nach Sicht sogar bis zur Küste.

Die Aussicht von ganz oben

Der Trekking Pfad von der Spitze abwärts

Wer nicht den gleichen Weg zurückgehen will (was schon etwas langweilig wäre), muss aufpassen – der Pfad ist gut versteckt. Wenn man vom Peak Tower zurückkommt, die große Treppe und die Wunschglocke passiert hat, befindet sich der Eingang direkt rechts an dem großen, halb zugewachsenen Schild. Wer genau hinschaut, erkennt einen Trampelpfad. Dieser wird zu einem mehr oder weniger gut begehbaren Weg, der ca. eine Stunde abwärts durch den Urwald führt. Zwischendurch gibt es eine Abzweigung, die aber zum gleichen Ziel führt. Zumindest in unserem Fall war es die komplette Zeit auf diesem Pfad menschenleer, so dass man wirklich ganz allein im Dschungel ist. Ein tolles Gefühl.

Die Spitze erklommen

Der Fußweg mündet an einer Gewächshaus-Anlage, wo offenbar Orchideen gezüchtet werden und endet wieder an der Straße. Geht man diese eine Weile abwärts (nach rechts), gelangt man schließlich zu dem Restaurant, hinter dem der 5 Lakes Trail beginnt.

Der 5 Lakes Trail

Nach dem tollen Ausblick auf dem Peak und der wunderbaren Wanderung durch den Urwald folgt schon das nächste Highlight. Der Zugang zum 5 Lakes Trail befindet sich hinter dem Parkplatz des Restaurants. Einfach dem kleinen Pfad an den beiden Villa-Ruinen entlang folgen, dann kommt das Schild vor der Steintreppe auf. Diese hinab führt zur großen Entscheidung.

Eingang zum 5 Lakes Trail

Abenteuer oder Sicherheit?

Nach ein paar Minuten steht man vor der Qual der Wahl: Lieber den längeren Weg nehmen oder den, der als „Adventure Trail“ ausgezeichnet ist? Für uns war die Wahl schnell gefallen…

Allerdings verspricht der Name nicht zuviel. Der Pfad ist WIRKLICH anspruchsvoll. Ein richtiger Weg ist es eigentlich nicht, eher eine Kletterpartie am Rand des Baches entlang. Größtenteils hangelt man sich am angebrachten Seil entlang, springt von Stein zu Stein, klettert kleine Abgründe hinab oder steigt über installierte Leitern herunter. Hier sollte man auf jeden Fall ein gewisses Maß an Fitness mitbringen, zumal einfach so Umkehren nicht wirklich möglich ist.

Ohne Klettern keine Chance… der Adventure Trail im Bach Ma Nationalpark

Belohnt wurden wir allerdings durch wunderschöne Szenen. Der Wasserfall bildet viele kleine Seen (eigentlich mehr als die namensgebenden fünf), die zu einem kurzen Bad einladen. Auch hier waren wir wieder vollkommen allein. Ein- und Ausstieg in die Seen ist relativ problemlos möglich, wenn man auf die etwas rutschigen Steine aufpasst. Das Wasser ist auch nicht zu kalt, erfrischt aber herrlich.

Am größten See Nr. 3 kann man sogar von den Felsen ins Wasser springen. Wirklich gefährlich ist das nicht, wenn man aufpasst, weit genug zu springen (da die Felsen schräg ins Wasser münden, sollte man aus dem Stand ca. einen Meter weit springen können).

Nach dem Badeaufenthalt ging es weiter am Bach entlang. In der Folge führt der Pfad einige Male über den Bach, wobei man sich auch wieder am Seil entlang hangeln kann. An zwei Stellen lässt sich das Wasser nicht trockenen Fußes überqueren, wenn man das Seil nutzt – beide Male waren aber etwas rechts oder links vom Seil Felsen im Wasser, über die man trocken über den Bach kommt.

Am Seil geht’s über den Bach

Der 5 Lakes Trail endet an einer weiteren Gabelung. Die eine Richtung führt zur Straße (KM 16, wo die Fahrer warten) oder noch zum Rhododendron Trail, dem größten Wasserfall des Parks. Wir haben ihn aus Zeitgründen leider nicht mehr besucht, denn inzwischen war es schon halb drei. Von der Abzweigung aus sind es aber nur 600 Meter, so dass man dieses Highlight noch mitnehmen kann, wenn noch ein bisschen Zeit übrig ist.

Wegweiser zum Rhododendron Waterfall

Unsere Top 8 Tipps, um Bach Ma auf eigene Faust zu erkunden

  1. Einen Guide bzw. eine geführte Tour braucht man nicht wirklich. Man kann sich vorab und auch vor Ort ganz gut informieren. Verlaufen ist unwahrscheinlich.
  2. Packt euch ausreichend zu trinken und vielleicht ein paar Snacks ein. Es gibt wohl nur das eine Restaurant und das dürfte recht überteuert sein (wir waren nicht drin). Außerdem ist ein Picknick auf den Felsen eh viel schöner.
  3. Zieht geschlossene Schuhe an. Wir haben ein Paar getroffen, er in Turnschuhen, sie in offenen Sandalen mit Absatz. Die Tour war recht schnell vorbei. Feste Turnschuhe reichen aber aus, Wanderschuhe sind unseres Erachstens nicht zwingend nötig.
  4. Organisiert euch einen Fahrer, der euch zum Nationalpark bringt und dort dann einen, der euch hoch auf die Spitze bringt.
  5. Neben der Tour, die wir gemacht haben, gibt es noch verschiedene andere Touren, die aber auch alle auf der Karte eingezeichnet sind.
  6. Nehmt euch Badesachen mit, wenn ihr in den Wasserfällen Schwimmen wollt, es ist ein tolles Erlebnis. Das Baden ist nicht nur in dem Pool Nr. 3 möglich, der von den Guides angesteuert wird, sondern auch in fast allen anderen.
  7. Wenn ihr Bedenken wegen der Felsen an den Wasserfällen habt, nehmt Wasserschuhe mit. Vor allem, wenn ihr zum Cliffdiven raufkraxeln wollt, schaden die nicht. Wir kamen aber auch ohne gut zurecht.
  8. Für den Adventure Trail zu den Five Lakes solltet ihr wirklich einigermaßen fit, beweglich und ausdauernd sein. Der Pfad ist nichts für Couch Potatoes. Im Zweifel nehmt lieber den längeren, „gemäßigten“ Pfad. Dann verpasst ihr aber einige tolle Eindrücke.
Buddha-Statue im Bach Ma Nationalpark


8 Kommentare

  1. Lieben Dank für Eure Informationen. Wir werden im Oktober in DaNang sein und in den Park reisen wollen. Ihr sprecht an zwei Stellen von einer „Karte“, mit deren Hilfe Ihr Euch offensichtlich auch orientieren konntet. Wie heißt die Karte, und wie kommen wir an diese ran? Lieben Dank, Gruß, Thomas (und Senay)

    1. Hallo Thomas,

      die Karte gibt es kostenlos im Information Center am Eingang des Parks. Die ist zwar nicht sonderlich exakt, aber reicht zur Orientierung aus. Viel Spaß im Park!!

  2. Einer der hilfreichsten Artikel die ich über den Bach Ma Nationalpark gefunden habe. Und sogar mit Preisen!
    Vielen Dank dafür 🙂
    Ich kann es kaum erwarten diesen Park im März nächstes Jahr zu erkunden

    1. Hey Michael, danke für deinen Kommentar. Klar, prinzipiell kannst du auch alleine in den Park. Dann solltest du aber unbedingt jemandem Bescheid sagen (z.B. im Hotel), wo du bist, falls etwas passiert. Viel Spaß im Park 🙂

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